Handlungssituation: Waldtag

Die 2-gruppige Kindertagesstätte `Wolkennest’ (49 Kinder) geht in jeder Woche einen Tag in den Wald. Das Team besteht aus der Leitung, zwei Erzieherinnen, einem Kinderpfleger und einer Erzieherpraktikantin im 1. Ausbildungsjahr des SPS. Im  Anleitungsgespräch wird der letzte Waldtag besprochen, an dem die Anleiterin nicht anwesend war, weil sie zu einem Treffen in die Fachakademie musste. Die Erzieherpraktikantin hatte den Auftrag, sich insbesondere um Samuel zu kümmern und darauf zu achten, ob er sein in der Tagesstätte schon öfters beobachtetes aggressives Verhalten auch im Freien zeigt. Sie berichtet ihrer Anleitung:

"Wir wollten um neun Uhr losgehen, aber Samuel (5,8) hat sich wie immer verspätet. Durch das Warten auf ihn und seine verplante Mutter entstand große Unruhe in der Gruppe und mich hat das auch ganz schön gestresst. Letztendlich kamen wir dann aber doch noch einigermaßen pünktlich los. Für den Weg in den Wald brauchten wir ca. 20 Minuten. Es war total matschig, weil es ja am Tag vorher heftig geregnet hatte und einige Kinder waren sofort durchnässt, da sie wieder mal nicht richtig angezogen waren. Aber die meisten Kinder hatten ja Matschhosen, Gummistiefel und Regenjacken an.
 
Als erstes entdeckten die Kinder einen Ameisenhaufen. Timo (5,4) und Ariane (5,8) fingen sofort an, interessiert im Ameisenhaufen herumzustochern. Ariane hat dann den Timo gefragt:  `Weißt du, wo die Ameisen die Tannennadeln hinbringen? Lass  uns mal nachbohren.` Die anderen Kinder drängelten natürlich sofort nach. Samuel wollte  ganz vorne dabei sein. Egoistisch schubste er dabei Max (2,8) fast auf den Ameisenhaufen. Ich konnte Max gerade noch festhalten. Mit der anderen Hand griff ich nach Samuel und schimpfte ihn ordentlich, weil er schon wieder so rabiat war. Damit so was nicht wieder passierte, musste Samuel zur Sicherheit an meiner Hand gehen. Er war dann total aggressiv, versuchte immer wieder sich los zu reißen und trat sogar gegen mein Schienbein, aber ich dachte mir nur, jetzt bloß konsequent bleiben. Erst als wir an unserem Aufenthaltsplatz angekommen waren, ließ ich Samuel los. 
 
Hier war die Mädchenbande lieb wie immer und sammelte Kastanien und bunte Blätter,  während die Buben sich bekämpften und die Tannenzapfen als Wurfgeschosse benutzten. Samuel war dabei einer der Wildesten."

Eine der Erzieherinnen hatte kürzlich erzählt, dass Samuels großer Bruder Paul auch die Kita „Wolkennest“ besucht hat und als ziemlicher Rabauke in der ganzen Einrichtung bekannt war.

 


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