Vulkanismus am Oberrheingraben

Wie entstehen Vulkane?

Vulkane entstehen wenn glutflüssiges Magma aus dem Inneren der Erde bis an die Oberfläche dringt und dort erkaltet. Vulkane treten vor allem in der Nähe von kontinentalen Plattengrenzen auf oder liegen an Stellen, die von besonders tiefen Brüchen durchzogen sind. Der Oberrheingraben stellt eine Stelle auf der Erdoberfläche dar, die von einem tiefen Bruch durchzogen ist. (Naturkundemuseum) 

Was bestimmt die Form eines Vulkans?

Die Zusammensetzung des an die Oberfläche beförderten  Magmas bestimmt dabei in weitem Maße die Form des Vulkans. Neben der Zusammensetzung wird die Form eines jeden Vulkans durch die Temperatur der Lava bestimmt. Man unterscheidet zwischen Strato- und Schildvulkanen. Etwa 1100°C heiße und deshalb dünnflüssige Lava mit geringem Kieselsäuregehalt kann rasch und weit fließen. Es entsteht ein flacher Schildvulkan (bspw. Hawaii Inseln, Island). Ist die Lava hingegen lediglich ca. 800°C bis 900°C heiß ist sie nicht mehr ganz so dünnflüssig, sondern eher zähflüssiger. Aus diesem Grund fließt sie nicht mehr ganz so schnell und wird daher auch schon in der Nähe des Schlotes kalt und erstarrt. Als Folge entstehen aus dieser Lava Schichten- bzw. Stratovulkane, da sich der Vulkan aus einzelnen Schichten aufbaut. Ein Beispiel hierfür ist der Vesuv in Italien. (SMNK, 2017)

Vulkane in Deutschland

Vor allem in den Mittelgebirgen Deutschlands lassen sich heute noch Vulkane finden. Insbesondere in der Eifel, Rhön, dem Westerwald, dem Erzgebirge und dem Schwarzwald. Vor rund 13.000 Jahren fand im heutigen Gebiet von Deutschland, genauer gesagt in der heutigen Eifel, der letzte Vulkanausbruch statt. (SMNK, 2017)

 

Vulkane in Deutschland

Vulkane gibt es in Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen: Eifel, Röhn, Schwarzwald, Westerwald und Erzgebirge. Besonders bekannt ist die Eifel mit ihren vielen Maaren. Mehr als 250 Vulkane gibt es in der Eifel, der letzte Ausbruch ist 11.000 Jahre her.

Der Kaiserstuhl als Vulkan am Oberrheingraben

Entstehung des Vulkangebirges Kaiserstuhl

Der Kaiserstuhl ist ein kleines Vulkangebirge inmitten des Rheingrabens mit einem Durchmesser von 15 km. Die höchste Erhebung ist der Totenkopf mit 557 m Meereshöhe. Der Kaiserstuhl ist bereits vor circa 16 bis 18 Millionen Jahren entstanden, während der Bildung des Oberrheingrabens an sich kreuzenden Bruchlinien. Bei der damaligen Eruption wurde eine große Menge an Lava an die Erdoberfläche gefördert. Dieses hat sich anschließend als Lavaströme sowie in Tuffschichten abgelagert. Man geht davon aus, dass es nicht nur ein Ausbruchszentrum, sondern mehrere gab, die immer wieder aktiv wurden. Diese Eruptionen fanden über einen längeren Zeitraum von circa 2 Millionen Jahren statt. (SMNK, 2017). Seine ursprüngliche Form hat der Kaiserstuhl bereits seit vielen Millionen Jahren nicht mehr. Vor rund 2,5 Millionen Jahren begann die Abtragung und Neuformung des Kaiserstuhls. Die heutige Form und das Aussehen prägen den Kaiserstuhl bereits seit etwa 1 Million Jahren. Das lässt sich aus der heute bis 60 m mächtigen Lössbedeckung und der Lage von Geröllschichten schließen. Der Kaiserstuhl war zuletzt vor ca. 19 bis 14 Millionen Jahren aktiv (Zeitalter des Miozäns). (SMNK, 2017)

Die Vulkanite des Kaiserstuhls

Der Kaiserstuhl ist aus unterschiedlichen geologischen Haupteinheiten aufgebaut:

 

  • -        aus dem sedimentären Sockel (Oligozän, mittlere Jura), der geologisch-tektonisch der Grabenrandscholle des Oberrheingrabens zuzuordnen ist.
  • -        dem „eigentlichen“ Kaiserstuhlvulkan (Tuffe, Tephrite)
  • -        dem subvulkanischen Zentrum (Essexit, Karbonatit). Der größte Teil des ehemaligen Vulkans ist abgetragen worden, so dass im Zentrum des heutigen Kaiserstuhls die subvulkanischen Gesteine anstehen, die bei ihrer Entstehung nicht an die Erdoberfläche gelangt sind, sondern im Schlot als Intrusivgesteine (Magmagesteine, die eine sehr lange Abkühlungszeit benötigen) steckengeblieben sind.

 

Wie können die Vulkangesteine verwendet werden?

Die Gesteine wurden schon damals zum Bau von z.B. Mauern oder Gebäuden benutzt. Aber man muss zwischen den verschiedenen Gesteinen unterscheiden, da nicht alle Gesteine nutzbar sind. Es gibt sogenannte Sonnenbrecher, die nicht sehr lange haltbar sind und irgendwann zerfallen. Die anderen Gesteine werden in rund 40 Steinbrüchen rund um den Kaiserstuhl abgebaut.

 

 

 


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